DEPHOSPHORUS "Impossible Orbits" CD/digital out now!

“Axiom” review @ Necroslaughter (german)

http://necroslaughter.de/2011/09/dephosphorus-axiom/

Ein wenig albern ist es schon, wenn jede Band eine neue Genre-Schublade für sich aufmachen muss. Im Falle von DEPHOSPHORUS heißt der erwählte Neologismus “Astrogrind”. So unnötig das erfinden von neuen Stilbezeichnungen an sich eigentlich auch ist, so sehr kann ich der aktuellen MLP aber gleichermaßen bescheinigen: Mit einem Schlagwort lässt sich “Axiom” nicht beschreiben! Das macht die Musik der griechischen Experimentierfreunde in mehrfacher Hinsicht interessant. Zum einen stecken viele extreme Emotionen hinter “Axiom“. Verzweiflung, Wut, Hoffnung, Hass, die Bandbreite ist für gerade mal 20 Minuten weit gefächert und intensiv. Man merkt, dass die Musik aus den Herzen der drei Künstler stammt. Um diesen verfaulenden Blumenstrauß der Gefühle in ein noch dreckigeres musikalisches Kleid zu zwängen, bedient man sich an den finstersten Farbtöpfchen diverser Vorbilder. Man ist forsch und vorantreibend wie Sound Of Detestation oder alte Afgrund, pessimistisch und roh wie Tragedy und erlaubt sich die Dichte und Schmutzigkeit von The Atlas Moth. Wütender Grind mit Crust ist die Basis. Sludge, epischer Post-Hardcore sind die Zierde. Und die Akzente stammen aus dem Shoegaze, Black Metal und spacigen, wenngleich dezenten Samples. Eine wilde, experimentelle Mischung, die aber durchaus gefällt! Derweil “Knife Missle” etwas an die letzte Nachtmystium (“Addicts: Black Meddle Pt. 2“) erinnert, geht “Dephosphorus” eher zurück zu den traditionellen Wurzeln aus Hardcore und Grindcore um gegen Ende nur ein wenig mit dem Post-Rock zu liebäugeln. “On The Verge Of An Occurence” ist im Kontrast zum beklemmenden “Indulge Me In Silence” fast schon wieder hoffnungsvoll und umspielt den Hörer mit dickem D-Beat und spacigen Samples. DEPHOSPHORUS verweben auf “Axiom” einen überdeutlichen roten Faden in ihre Klangteppiche, erschaffen aber mit jedem Song wieder einen eigenen Mikrokosmos. Jedes dieser kleinen Inertialsysteme hat genug Individualität und Eigenständigkeit, um außerhalb des globalgalaktischen Kontexts zu funktionieren. Erfreulich wie aus so viel negativer Energie ein eigenes Profil erwachsen kann. Die Band wird deutlich zwischen anderen, düsteren und angepissten Bands platziert, aber gleichermaßen mit einem markanten, eigenen Gesicht kennzeichnet. In Zusammenarbeit mit 7 Degrees Records, Bandcamp und diversen One-Click-Hostern bieten DEPHOSPHORUS ein Rundum-Paket für Fans und interessierte. Man kann “Axiom” sowohl als Stream anhören, wie auch kostenlos runterladen. Wem die Musik gefällt und wer lieber etwas in der Hand hat, bekommt eine liebevoll aufgemachte 12″ MLP im Gatefold. Das Cover ist von simplen Motiv, in der Ausführung aber mit atomarem Detailgrad. Das restliche Artwork erscheint vergleichsweise minimalistisch ausgelegt. Doch durch die beiden Aspekte ergänzt sich das Gesamtbild zur variationsreichen Musik. Mit schwarzem Innersleeve (inkl. Seidenpapier-Innenfutteral) und Texteinleger wird alles um die schwarze Vinyl komplettiert. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich dieses wunderschöne Gesamtkunsterwerk für nen 10er bei 7 Degrees Recordsordern – und bei dieser Gelegenheit vielleicht auch mal im restlichen Programm des Labels/Distros stöbern!

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